DIY Reetdach-Klopfbrett

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Das Klopfbrett ist beim Reetdecken eines der wichtigsten Werkzeuge. Im Fachhandel werden heute fast ausschließlich Klopfbretter aus Aluminium verkauft. Diese sind mit ca. 150€ sehr teuer. Ich habe lange überlegt wie ich diese Bretter nachbauen kann, bis ich in alten Büchern laß, das diese früher immer aus Hartholz hergestellt wurden und zwar von den Dachdeckern selbst. Somit war klar, das mach ich auch.

Klopfbrett - Do it yourself
Klopfbrett – Do it yourself

Ein Klopfbrett sollte stabil und nicht zu schwer sein. Man muß wirklich viel klopfen und der Arm soll ja ganz bleiben. Stabil muß es sein, da Reet auch sehr wiederstandsfähig ist. Ich habe immer wieder gestaunt wie schnell das so zerbrechliche Rohr mein Hartholzbrett Schlag um Schlag zerstörte bzw. abnutzte.

Ich habe mir aus einer 18mm dicken Buchenleimholzplatte aus dem Baumarkt kleine Vierecke mit den Maßen 22cm x 27 cm gesägt (ich habe gleich vier Klopfbretter vorbereitet). Den Griff habe ich mir aus einem alten Axtgriff gesägt.

Die Klopbretter habe ich dann einseitig mit einem 20mm Fräßkopfbohrer ca. 7mm tief angebohrt. Dazu habe ich ein Bohrmaschinenstativ benutzt. So kann man eine maximale Senktiefe einstellen. Somit sind alle Bohrungen gleich tief. Durch die Spitze des Fräßkopfbohrers entstehen kleine Löcher im Brett, diese bringen aber keine Nachteile.

Die Bohrungen habe ich gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt. Immer im gleichen Abstand, ungefähr…

Danach die Platte mit dem Griff mit zwei Schrauben verschraubt und fertig ist das Klopfbrett. Der Griff sollte etwas weiter unten zur Griffseite verschraubt werden. Somit hat man bessere Kontrolle beim Klopfen.

Meine Tipps für ein DIY Klopfbrett

  • nehmt Hartholz ( ich hatte Buchen-Leimholzplatte)
  • nehmt nicht zu dickes Holz, weil schwer (ich hatte 18mm dicke Platten)
  • macht die Klopffläche nicht zu klein und nicht zu groß ( ich hatte 22cm x 27cm )
  • baut euch gleich mehrere (es geht immer mal eins kaputt oder ist abgenutzt )

Die Handhabung eines Klopfbrettes

Der Name sagt es ja schon. Mit dem Klopfbrett wird geklopft. Jedoch wird nicht einfach auf das Reet von oben drauf gehauen. Nein im Gegenteil man schlägt leicht schräg von unten gegen die Spitzen der Halme. Somit schiebt man pro Hieb die Reethalme etwas nach oben ins Dachbett hinein. Mit etwas Übung und Gefühl wird dadurch das Reetdach erst richtig homogen und gleichmäßig glatt. Da der Reethalm so wie er wächst auch eingedeckt wird ist die untere Seite immer dicker als oben. Somit werden die Halme auch immer fester unter den Stangendraht gedrückt. Durch die Bohrungen im Brett hat man eine gröbere Oberfläche und kann so die Bewegungsenergie besser an die Halme übertragen.

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